Sommer-energytalk am 02.07.2025
Spitzenzeiten, Spitzenlösungen – Wege zur Energieoptimierung

Austausch und Vernetzung im sommerlichen Ambiente: Der Sommer-energytalk bot neben spannenden Vorträgen auch Raum für persönliche Gespräche. © energytalk / Verena Pöschl
Die Sommerausgabe des energytalks rückte die aktuellen Herausforderungen der Energieverteilung und -nutzung in den Fokus und zeigte zukunftsträchtige Lösungswege.
Unter dem Veranstaltungstitel „Spitzenzeiten, Spitzenlösungen – Wege zur Energieoptimierung“ folgten zahlreiche Interessierte und Fachbesucher:innen der Einladung in die Open-Air-Location Aiola im Schloss. Bei strahlendem Sommerwetter beleuchteten drei Experten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln: von der Gebäudetechnik über das Verteilnetz bis hin zu KI-gestütztem Energiemanagement auf Unternehmensebene – und präsentierten mitunter konkrete Ansätze, wie sich Effizienzpotenziale heben lassen.
„Von erneuerbaren Energien bis zur Digitalisierung zwingt uns die Energiewende in allen Bereichen, neue Wege einzuschlagen“, betonen die Veranstalter Robert Pichler (TBH Ingenieur GmbH) und Johannes Huber-Grabenwarter (ODÖRFER HAUSTECHNIK KG). „Entscheidend ist, dass wir nicht beim Reden bleiben, sondern ins Handeln kommen. Die heutigen Vorträge haben die Vielschichtigkeit der Aufgabe eindrucksvoll verdeutlicht und zugleich gezeigt, dass wir sie nur gemeinschaftlich meistern können.“
Integration technischer Planung in den Bauprozess ist. Es braucht spezialisierte Partner – und den Mut, neue Wege zu gehen und sich bewusst für Holz zu entscheiden.“
Herausforderungen in der Gebäudetechnik: Klinikbau im Zeichen der Energiewende
Referent Tomas Kienzl (Haustechnik Planungsgesellschaft für Ver- und Entsorgungsanlagen GmbH) eröffnete den Abend mit Einblicken in den Neubau des AUVA-Rehabilitationszentrums Wien. Dort decken über 300 Geothermie-Tiefensonden und eine Photovoltaik-Gründachanlage einen Großteil des Energiebedarfs. Herzstück ist die dezentrale Warmwasserbereitung mit elektronisch geregelten Durchlauferhitzern, die die jährlichen Betriebskosten signifikant senkt.
„Die zentrale Warmwasserbereitung verursachte mehr als 80 Prozent Energieverluste. Die Umstellung auf dezentrale Systeme und der Einsatz elektronisch geregelter Durchlauferhitzer waren daher für uns zentrale Schritte“, erläuterte Kienzl.
Tomas Kienzl präsentierte innovative gebäudetechnische Lösungen aus dem Klinikbau – darunter die dezentrale Warmwasserbereitung im neuen AUVA-Rehabilitationszentrum Wien. © energytalk / Verena Pöschl
Das Verteilernetz am Prüfstand: Wie sich die Wiener Netze für die Zukunft rüsten
Im zweiten Vortrag zeigte Mario Leitner (Wiener Netze), wie das 30 000 Kilometer lange Verteilnetz für zwei Millionen Kund:innen schrittweise zum „Smart Grid“, einem intelligenten Stromnetz, ausgebaut wird.
Die Herausforderungen dabei: Zum einen verändert sich das klassische Lastprofil – früher klar vorhersehbare Spitzen werden diffuser. Zum anderen fließt Strom durch die Vielzahl privater Einspeiser nicht mehr ausschließlich in eine Richtung, sondern bidirektional.
„Bei aller Digitalisierung und dem Zuwachs an Technik dürfen wir die Versorgungssicherheit nicht aus den Augen verlieren. Die Bevölkerung verlässt sich darauf – sie muss jederzeit gewährleistet sein“, betont Leitner.
Mario Leitner (Wiener Netze GmbH) erläutert beim Sommer-energytalk den schrittweisen Ausbau des Wiener Verteilernetzes zum intelligenten Smart Grid und die damit verbundenen Herausforderungen. ©energytalk / Verena Pöschl
KI-gesteuerte Flexibilitäten als Schlüssel zur Energiewende
Zum Abschluss veranschaulichte Dominik Kohl, wie die electrify smart energy GmbH auf Basis KI-gestützter Prognosen aktives Energiemanagement betreibt.
„Wir erleben einen tiefgreifenden Wandel: 2018 waren negative Strompreise noch unbekannt, heute treten sie regelmäßig auf – ein klares Zeichen dafür, dass Erzeugung und Nachfrage zeitlich seltener übereinstimmen. So laden Elektrofahrzeuge auf Firmenparkplätzen meist am frühen Vormittag, wenn die Systemlast ihren ersten Höhepunkt erreicht, während zur Mittagszeit enorme Mengen an Photovoltaikstrom ins Netz strömen und kaum noch wirtschaftlichen Wert besitzen. Genau hier setzt intelligentes, vorausschauendes Management an: Mithilfe künstlicher Intelligenz prognostizieren wir Last- und Erzeugungsverläufe präzise und setzen Energie dort ein, wo sie im jeweiligen Moment den höchsten Nutzen bei geringsten Kosten erzielt“, erläuterte Kohl.
Dominik Kohl (electrify smart energy GmbH ) erklärt den Einsatz KI-gesteuerter Flexibilitäten für aktives Energiemanagement auf dem Sommer-energytalk.
© energytalk / Verena Pöschl
Herbst-Ausgabe mit Blick in die Zukunft
Am 8. Oktober 2025 lädt der energytalk zum Jahresfinale in die Alte Universität Graz. Im Mittelpunkt stehen die Potenziale der Künstlichen Intelligenz, insbesondere im Bereich der Architektur.
Impressionen
DI Tomas Kienzl
Haustechnik Planungsgesellschaft für Ver- und Entsorgungsanlagen GmbH
Klinikneubau im Zeichen der Energiewende
In seinem Vortrag gab Tomas Kienzl spannende Einblicke in den Neubau des AUVA-Rehabilitationszentrums Wien. Mit über 300 Geothermie-Tiefensonden, einer PV-Gründachanlage und dezentraler Warmwasserbereitung zeigt das Projekt, wie smarte Gebäudetechnik heute aussieht.
Dominik Kohl
electrify smart energy GmbH
KI-gesteuerte Flexibilitäten als Schlüssel zur Energiewende
Dominik Kohl zeigte, wie intelligentes Energiemanagement auf Basis KI-gestützter Prognosen funktioniert – und warum negative Strompreise zur neuen Realität gehören. Wie lässt sich Energie zukünftig dann einsetzen, wenn sie den höchsten Nutzen bringt?



















































































































































































































