Herbst-energytalk am 14.10.2026
Zukunft Alpenland: Zwischen Wirtschaftskraft und Berghütte

Johannes Huber-Grabenwarter (Veranstalter, ODÖRFER HAUSTECHNIK KG), Michael Jansen (Speaker, Deutscher Alpenverein), Sandra Suppan (Moderation), Jan Kluge (Speaker, Agenda Austria), Georg Maierl (Veranstalter in Vertretung für Robert Pichler, TGA Plus GmbH) © energytalk | Verena Pöschl
Rund 200 Fachbesucher:innen und Interessierte folgten am Mittwoch, 14. Oktober 2026 der Einladung in die historischen Räumlichkeiten der Alten Universität Graz. Unter dem Titel „Zukunft Alpenland: Zwischen Wirtschaftskraft und Berghütte” beleuchtete die Herbstausgabe der Veranstaltungsreihe eine Frage, die Wirtschaft, Bauwesen und Nachhaltigkeit gleichermaßen betrifft: Wie bleibt das Alpenland Österreich zukunftsfähig – vom einzelnen Gebäude bis hin zum gesamten Standort? Durch den Abend führte wie gewohnt Moderatorin Sandra Suppan.
„Zukunftsfit zu bleiben ist eine Aufgabe, die auf allen Ebenen gleichzeitig gelingen muss – im kleinen Maßstab eines Bauprojekts ebenso wie auf der großen wirtschaftspolitischen Bühne. Beide Vorträge haben eindrucksvoll gezeigt, dass klare Konzepte, Mut zu Innovation und verlässliche Rahmenbedingungen die entscheidenden Hebel sind. Genau das macht den energytalk aus: praxisnahe Projekte zeigen und gleichzeitig den Blick weiten, um größer und weiter zu denken”, so die Veranstalter Robert Pichler (TGA Plus GmbH) und Johannes Huber-Grabenwarter (ODÖRFER HAUSTECHNIK KG).
Vom Alpengipfel in die Wachstumstabellen: energytalk fragt nach der Zukunft des Alpenlandes
Den Auftakt machten Michael Jansen, Geschäftsführer des Deutschen Alpenvereins, Sektion Hamburg und Niederelbe. Sie zeigten am Beispiel der Hamburger Skihütte auf 1.970 Metern im Gasteinertal, wie die Energiewende auch in extremen alpinen Lagen gelingen kann. Das hybride Energiesystem der Hütte verbindet Geothermie mit sieben Tiefensonden, Photovoltaik und Luftkollektoren sowie Wärmerückgewinnung – ein Vorzeigeprojekt für die alpenweite Sektions-Strategie „Klimaneutral 2030″.
Die Zahlen sind beeindruckend: Durch die Hüllensanierung konnte die Heizlast um knapp 24 Prozent gesenkt werden, der komplette Ausstieg aus fossilen Energieträgern spart jährlich rund 18 Tonnen CO₂ ein. Das entspricht einer CO₂-Reduktion um 96 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Verbrauch von rund 7.000 Litern Heizöl pro Jahr.
„Netzanbindung, Logistik und Witterung stellen alpine Bauprojekte vor besondere Herausforderungen. Die Hamburger Skihütte zeigt, dass klimaneutrale Versorgung auch unter diesen Bedingungen machbar ist – wenn Konzept, Technik und Umsetzung konsequent zusammengedacht werden. Für uns ist das Projekt zugleich Machbarkeitsbeweis und Vorbild für den gesamten Alpenraum”, so Jansen und Bott.
Michael Jansen, Geschäftsführer des Deutschen Alpenvereins, Sektion Hamburg und Niederelbe, präsentierte die Hamburger Skihütte als Vorzeigeprojekt der alpinen Energiewende. © energytalk | Verena Pöschl
Österreich im Wachstumskeller: Woran es hakt und was zu tun ist
Dr. Jan Kluge, Ökonom bei der Agenda Austria, weitete im Anschluss den Blick vom einzelnen Bauprojekt auf den gesamten Wirtschaftsstandort Österreich. Seine Diagnose fiel klar aus: In den europäischen Wachstumstabellen findet sich Österreich seit Jahren weit unten, und auch die Prognosen für die kommenden Jahre lassen wenig Besserung erwarten. Besonders der Bausektor steckt in einer langen Phase der Schwäche, Investitionen bleiben zunehmend aus.
Kluge analysierte die zentralen Ursachen – von schwachem Produktivitätswachstum über steigende Lohnstückkosten bis hin zu einer schwächelnden privaten Investitionstätigkeit. Als Hebel für einen Weg aus dem Wachstumskeller nannte er unter anderem einen geordneten Staatshaushalt, den Abbau von Bürokratie, eine niedrigere Abgabenlast sowie den Abschluss weiterer Handelsabkommen.
„Österreich hat ein Standortproblem – und das lässt sich nicht wegreden. Die gute Nachricht: Die Hebel, um wieder auf einen Wachstumspfad zu kommen, sind bekannt. Jetzt braucht es den politischen Willen, sie auch zu nutzen”, betonte Kluge.
Dr. Jan Kluge, Ökonom bei der Agenda Austria, analysierte Österreichs Standortschwäche und zeigte Hebel für mehr Wachstum auf. ©energytalk | Verena Pöschl
Ausblick auf das Veranstaltungsjahr 2027
Nach dem erfolgreichen Jahresabschluss steht die Planung für 2027 bereits in den Startlöchern: Auch im kommenden Jahr wird der energytalk wieder dreimal stattfinden – wie gewohnt im April, Juli und Oktober. Details zu Themen, Vortragenden und Terminen werden rechtzeitig auf der Webseite sowie über die Social-Media-Kanäle des energytalk kommuniziert.































































































































































































